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Malteser Drensteinfurt

Cafe Malta Kursus Tl. 3

19.04.2016

Mit knapp 30 Teilnehmern wieder sehr gut besucht war der dritte Tag in der Kursreihe füpr pflegende und betreuende Angehörige von Menschen mit Demenz. Eva Maria Anslinger, examinierte Krankenschwester, Dipl.-Pädagogin und Fachtherapeutin für kognitives Training, sprach über hilfreiche Umgangsweisen und Kommunikation mit Menschen mit Demenz. Was passiert in den Familien, wenn Angehörige plötzlich "schwierig" werden, wenn sie plötzllich Verhaltensweisen zeigen, die das tägliche Leben auf den Kopf stellen können, aggressiv werden oder sich total zurückziehen? Man solte die Betroffenen dann aufmerksam beobachten und zunächst auch versuchen, mögliche Ursachen zu finden. Viel Trinken, ein Besuch beim Augenarzt und Überprüfung des Gehörs können hier schon manche Probleme verringern. Wenn sich dann weiterhin deutliche Gedächtnisschwierigkeiten zeigen, Antriebslosigkeit, Interessenverlust an liebgewordenen Dingen, Orientierungslosigkeit und fehlendes Zeitgefühl, müssen die Angehörigen sich auf beginnende Demenz einstellen. Die Krankheit muß angenommen und die Achtung vor dem Erkrankten bewahrt werden. An vielen Beispielen zeigte Eva Maria Anslinger, welche Situationen im Zusammenleben einfach "ausgehalten" werden müssen. Gemeinsame Erinnerungen an die guten Zeiten (Fotos, Erzählungen von früher) lassen schöne friedvolle Zeiten wieder aufleben. Zu einer angemessenen Begleitung in der frühen Phase der Demenz gehört es, lange die Selbstständigkeit zu erhalten, nicht zu früh Aufgaben abnehmen, mögliche Gefährdungen im Alltag zu erkennen und die Biographie des Erkrankten aufleben zu lassen.  Anforderungen sollten an das vorhandene Vermögen angepasst und Misserfolge vermieden werden. Von Seiten der Betreuenden ist viel Taktik und Diplomatie nötig, um die vorhandene Fassade zu akzeptieren und den Tagesablauf durchzustrukturieren.  Auf Missgeschicke und Fehler aufmerksam zu machen, sollte vermieden werden. Diskussionen, Argumente und Vorwürfe ebenfalls. Fragen, die nicht beantwortet werden können oder verstärktes Gedächtnistraining sind kontraproduktiv und frustrieren nur.
 Falsch verwendete Begriffe zu korrigieren, Sätze verbessern oder zu früh ins Wort fallen lassen den Erkrankten resignieren und schweigen. Man sollte ihm immer auf Augenhöhe begegnen, langsam und deutlich und in kurzen Sätzen sprechen.
Viele weitere Fragen und Beispiele aus der Zuhörerrunde wurden angesprochen und es entwickelte sich eine rege Diskussion. Nachdem Hedwig Eckhoff sich für den hochinteressanten Abend bei der Referentin bedankt hatte, nahm sich diese noch Zeit für einige persönliche Gespräche und erkläte sich bereit, einen weiteren Abend zu diesem Thema, allerdings in der zweiten Phase der Erkrankung, zu gestalten.
Am Mittwoch, 20 April geht es um 17 Uhr in der Malteserunterkunft weiter mit dem Thema
"Beschäftigungsmöglichkeiten eines Menschen mit Demenz". Praktische Hinweise für fordernde, aber nicht überfordernde Aktivitäten zu Hause gibt Krankenschwester Beate Baldus.

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