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Malteser Drensteinfurt

Cafe Malta Kursus Tl. 4

26.04.2016

Nachdem die zahlreichen Teilnehmer der Kursreihe für pflegende und betreuende Angehörige von Menschen mit Demenz an den ersten Tagen von Frau Dr. Salolom ausführlich über die Demenzerkrankung aus ärztlicher Sicht informiert wurden und Dipl. Päd. Eva Maria Anslinger in anschaulicher und verständlicher Weise über hilfreiche Umgangsweisen und Kommunikation mit Demenzerkrankten berichtete, ging es in Tl. 4 des Kurses um Beschäftigungsmöglichkeiten zuhause. Krankenschwester Beate Baldus referierte über praktische Hinweise für fordernde, aber nicht überfordernde Aktivitäten, die in der eigenen Wohnung noch möglich sind.
Zunächst einmal sollte man die Kranken so annehmen, wie sie sind. Bedürfnisse und Wünsche sollten erkundet werden, die eigene Sicht der Realität sollte wahrgenommen und berücksichtigt werden. Kritik und unnötige Zurechtweisungen bringen Frust und Ärger und können zu einem völligen Rückzug oder auch zu Aggressivität führen. Die Eigenständigkeit ist wie bei Gesunden eine Wurzel von Selbstachtung, Sicherzeit und Lebenszufriedenheit und sollte solange wie möglich erhalten bleiben. Man sollte nicht alle Aufgaben abnehmen, nur weil sie schwerer fallen als früher oder weniger gut ausgeführt werden. Da sich Demenzerkrankte leicht ablenken lassen oder durch Nebengeräusche gestört werden, ist auch die Umgebung wichtig. Helles Licht und ruhige Umgebung, keine Stolperfallen in der Wohnung  und auf keinen Fall ständige Berieselung durch Radio oder Fernsehen. Eine gut lesbare Uhr und ein Kalender, auf dem das jeweilige Datum markiert wird, erleichtern die zeitliche Orientierung. Gewohnte Tätigkeiten wie z. B. Hilfe beim Tischdecken oder Kartoffelschälen und Gartenarbeit geben ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Gebrauchtwerdens. Gemeinsames Singen, Spielen oder Musizieren bringt immer viel Spaß, hebt die Stimmung und verbessert die Mobilität. Fotos aus der Vergangenheit wecken Erinnerungen,regen zum Erzählen an und bringen immer wieder Gesprächsstoff. Nicht vergessen werden darf dabei aber, daß Menschen mit Demenz viel Ruhe brauchen und sich immer wieder Auszeiten nehmen. Nicht der ganze Tag muß verplant sein. Auch einfach mal im Sessel sitzen und ausruhen muß möglich sein. Man kann sich z. B. dazusetzen, die Hand halten, vielleicht eine kleine Massage anbieten und gemeinsam die Ruhe genießen.
Es gibt also unzählige Möglichkeiten, zuhause Aktivitäten durchzuführen. Dazu sind keine großen Aktionen nötig. Einen durchstrukturierten Tagesplan mit alltäglichen Beschäftigungen, Aufmerksamkeit, Rücksicht und Liebe zu füllen, ist schon eine große Aufgabe für die Angehörigen, die sich dann allerdings auch mal Zeit für sich selber nehmen müssen und Hilfsangebote von aussen annehmen sollten.
Am Montag, 25. April geht es weiter mit dem fünften Teil des Kurses
Bettina Neuhaus, Fachkraft "Bewegt älter werden" spricht über Mobilisation im häuslichen Bereich und Sturzvermeidung durch Gleichgewichts- und Kräftigungsübungen. Beginn 17 Uhr in der Malteserunterkunft Sendenhorster Straße

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