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Malteser Drensteinfurt

Cafe Malta in Ehreshoven

25.06.2017

Das vergangene Wochenende verbrachten 14 Teilnehmer in der Malteser-Commende in Ehreshoven zu einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema Demenz. Referentin an beiden Tagen war wie schon in vielen Jahren zuvor Eva Maria Anslinger, die als Diplom-Pädagogin, examinierte Krankenschwester, Dozentin in der Gesundheits- und Krankenpflege, Aromapflegerin (Vivere) und Fachtherapeutin für kognitives Training, Lern- und Gedächtnistraining mehr als kompetent durch die Schulungsreihe führe. Großes Thema waren an diesem Wochenende die Begleitung von Menschen mit Demenz: mit den Augen sehen, mit den Ohren hören, mit den Händen spüren und mit dem Herzen verstehen!
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gab es zunächst eine kurze Wiederholung und Reflektion des Grundlagenwissens. Eva Maria Anslinger berichtete über Krankheitsbedingte Wahrnehmungs- und Realitätsverluste in der fortgeschrittenen Demenz bei weitgehend intakten Sinnesorganen. Wichtig ist auf jeden Fall, immer auch die Sinne (Augen, Ohren) ärztlich kontrollieren zu lassen, denn oft werden Schäden an diesen Organen mit demenziellen Problemen entschuldigt. Die Auswirkungen auf das Erleben dieser Probleme bei kognitiv eingeschränkten alten Menschen wurde ausführlich beleuchtet. Der hilfreiche Umgang und die Unterstützung und Hilfestellung für die Alltagsgestaltung bei Sehstörungen, Hörproblemen und zusätzlicher Demenz gab Gelegenheit zu viel Diskussion und Austausch von Erfahrungen in der häuslichen Pflege.
Nach dem Abendessen am ersten Tag verbrachten die Teilnehmer bei sommerlichen Temperaturen einen gemütlichen Abend im Garten, wo es noch lebhafte Diskussionen und Austausch zu den vielen Informationen des Tages gab.
Am nächsten Morgen mit ausgiebigem Frühstück brachte ein Film mit Erich Schützendorf – in der Altenpflegebranche seit Jahrzehnten bekannt und beliebter Referent und Vordenker, der als Vortragender wie als Autor durch seinen Nonkonformismus, seine oft provokante Art und seine ungewöhnliche Sicht auf pflegerisches Handeln wichtige Impulse gegeben hat, viel Diskussionsstoff. Er sprach zunächst über die Betreuung als Kind durch eine Großmutter, die immer Zeit und Geduld für ihn hatte. Sie hat sich mit ihm beschäftigt, hat mit ihm gelacht, hat ihm beim Weinen geholfen und wortlos kleine Hilfestellungen gegeben. Gegensatz dazu dann der Bericht über das Erleben eines erwachsenen, aber an Demenz leidendem Menschen, der sich genau das Gleiche jetzt von seiner Umwelt wünscht. Aber jetzt muß der Mensch "funktionieren", auftretende Defizite werden diskutiert und immer wieder wird der demente Mensch gefordert mit Leistungen, die er nicht mehr altersgerecht ausführen kann. Es wurde auffallend still in der Teilnehmerrunde und auch manche Träne war zu sehen.
Aber die Referentin löste die erschrockene Stille mit ihrem Angebot aus der Aromatherapie auf, mit dem man auch den Menschen mit Demenz viel Gutes tun kann. Rosenwasser und kühlende Umschläge mit Melisse und anderen Essenzen können Ruhe und Erholung bringen und nach einer kurzen Pause mit Meditation und Rosenduft auf Stirn und Augen konnte man die vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren lassen.
Mit einer kurzen Andacht in der Kapelle endete das erlebnisreiche Wochenende. Eva Maria Anslinger erhielt großen Dank für die spannende und informative Gestaltung des Programms. Ein Dank ging auch an die Organisatorin Hedwig Eckhoff, die selber wegen einer Erkankung nicht teilnehmen konnte.
Finanziert wurde das Wochendende u. a. durch das "Kuratorium Deutsche Altershilfe". Das KDA entwickelt seit über 50 Jahren im Dialog mit seinen Partnern Lösungskonzepte und Modelle für die Arbeit mit älteren Menschen und hilft, diese in der Praxis umzusetzen. Es trägt durch seine Projekte, Beratung, Fortbildungen, Tagungen und Veröffentlichungen wesentlich dazu bei, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Dabei versteht sich das KDA als Wegbereiter für eine moderne Altenhilfe und Altenarbeit. Dieses Angebot wurde von den Maltesern in Drensteinfurt dankbar angenommen.

Weitere Informationen und Berichte zum Thema finden Sie hier.

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