Navigation
Malteser Drensteinfurt

Corona-Situation in Litauen

Malteser berichten aus Kaisiadorys und Svencioneliai

09.06.2020

Seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie in Europa können die Drensteinfurter Malteser keine Hilfsgütertransporte nach Litauen durchführen. 
„Wir hoffen, dass wir doch noch in diesem Jahr unsere Freunde in Litauen besuchen können“, sagte Antonius Stückmann vom Malteser Hilfsdienst Drensteinfurt. 
„Momentan halten wir den Kontakt per Telefon und Email. 
Viele Drensteinfurter Bürger fragen mich auch, wie sich die Corona-Situation in Litauen auswirkt und wie es den Litauern geht, die wir unterstützen“, so Antonius Stückmann weiter.

„Glücklicherweise gab es im Bezirk Kaisiadorys nur vier Covid-19-Fälle, die von Personen, die aus dem Ausland nach Hause kamen, importiert wurden“, berichtete Dana Lescinskiene von den litauischen Maltesern aus Kaisiadorys. 
Dana Lescinskiene berichtete weiter, dass alle Erkrankten wieder genesen sind und es momentan keine weiteren Fälle im Bezirk Kaisiadorys gibt. 
Die Quarantänevorschriften in Litauen sind mit denen in Deutschland vergleichbar. 
Es gibt Abstandsregeln, Versammlungsverbote und eine Maskenpflicht. 
„Besonders zu Osten waren die Quarantänebedingungen sehr streng. 
Die Aus- und Eingänge zu den Städten waren geschlossen. 
Polizisten und Soldaten patrouillierten drei Tage in den Straßen“, erläuterte Dana Lescinskiene.
 
„Seit Ende Mai ist die Quarantäne nicht mehr so streng. 
Sport im Freien und kleine organisierte Treffen sind wieder erlaubt. 
Auch viele Geschäfte, Restaurants und die Friseure haben wieder geöffnet“, so Dana Lescinskiene weiter. 
Die Suppenküche der litauischen Malteser in Kaisiadorys durfte kein Essen zubereiten und verteilen. 
Deshalb haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Suppenküche Essenspaket mit Brot, Suppenkonzentrat und Kuchen gepackt und diese an der Wohnungstür oder am Zauntor der bedürftigen Personen abgestellt. Ab Ende Mai konnten die Kleiderkammer und die häusliche Pflege wieder ihre Arbeit aufnehmen.

Aus der Partnergruppen in Svencioneliai berichtete Aldona Garliene, dass es in ihrem Bezirk zehn Covid-19-Fälle gab und alle Erkrankten auch überlebt hatten. 
Am 25. Mai öffneten die Kindergärten und ab 1. Juni können die Grundschüler wieder zur Schule gehen. 
Auch in Litauen sind die wirtschaftlichen Folgen nun zu spüren. 
„Viele Menschen sind arbeitslos geworden, weil die Unternehmen in Konkurs gegangen sind. 
Einige Menschen wurden freigestellt, mussten also zu Hause bleiben und erhalten nur einen Mindestlohn“, erläuterte Dana Lescinskiene die Folgen der Krise. 
„Im Allgemeinen haben die Leute Schwierigkeiten die Krise wirtschaftlich zu überstehen. 
Die älteren Menschen sagen, dass sie den Weltkrieg überstanden haben und jetzt erleben sie wieder eine schreckliche Situation“, ergänzte Aldona Garliene.  
 

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE26370601201201214080  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7